Frühe Hilfen
Frühe Hilfen für schwangere Frauen und Familien mit kleinen Kindern
„Große Hand – Kleine Hand“
Seit 1.4.2008 ist das Schleswig-Holsteinische Kinderschutzgesetz in Kraft.
Es sieht im § 8 die Einrichtung Lokaler Netzwerke Kinder- und Jugendschutz für frühe und rechtzeitige soziale und gesundheitliche Hilfen und Leistungen für Schwangere, Kinder, Jugendliche, Mütter und Väter vor.
Für junge, auch berufstätige Eltern und deren Kinder besteht in Kaltenkirchen ein vielfältiges Angebot von Beratungs- und Betreuungseinrichtungen. Allerdings fehlen die zentrale Koordinationseinrichtung und eine Institution für früh ansetzende Hilfen.
Zum 1.01.2011 konnte das Projekt „Große Hand – Kleine Hand“, das vom Bündnis für Familie in Kaltenkirchen initiiert wurde, seine Arbeit aufnehmen – dank der finanziellen Förderung durch die „Kroschke Stiftung für Kinder“ aus Hamburg, die bereits seit Jahren Kinderschutzprojekte mit einer Anschubfinanzierung unterstützt.
Die Organisation und Durchführung übernahm der Tausendfüßler e. V., Projektleitung Frau Anke Kehrmann-Panten. Zum Fachteam der aufsuchenden Familienarbeit gehören: Frau Martina Jenning (Fachkraft für „Frühe Hilfen“ sowie Still- und Laktationsberaterin) und Frau Sabine Rakowski (Kinderkrankenschwester).
Zielsetzung
Ziel ist es, Risikofamilien und deren Hilfe-Bedarf frühzeitig zu identifizieren, um damit insbesondere die Zeitspanne von der Geburt bis zum Eintritt in eine Kindertagesstätte für das Kind zu nutzen. Mittel- bis langfristig wird mit dem frühen Ansatz die Reduzierung der Folgekosten, wie z.B. für die Hilfen zur Erziehung, Eingliederungsmaßnahmen und/oder sonderpädagogischer Förderbedarf angestrebt.
Zum 1. Januar 2011 richtete der Tausendfüßler eine zentrale niedrigschwellige präventive Koordinationsstelle in Kaltenkirchen ein, die für ratsuchende Eltern als Wegweiser und Begleiter für passgenaue Hilfen fungiert. Sie übernimmt die gezielte Koordination der vorhandenen Unterstützungsangebote in der Stadt Kaltenkirchen und gegebenenfalls des Umlandes.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebotes der Koordinationsstelle ist die aufsuchende Hilfe und eine kontinuierliche weitere Begleitung der Familien.
Angebote für die jungen Familien mit Kindern von null bis drei Jahren sind:
- aufsuchende lebenspraktische Hilfen im Familienalltag
- Entlastung der Mutter bei Überforderung
- Hilfestellung beim altersgemäßen Umgang mit dem Kind
- Bewusstseinsförderung für ein altersgerechtes gesundes Aufwachsen
(Ernährung; Pflege, Unfallprävention, Erziehung, etc.) - Frühes Erkennen von Fehlentwicklungen und Vermeidung gesundheitlicher Risiken
- Förderung der emotionalen Beziehung zwischen Mutter und Kind
- Förderung der Entwicklung von Selbsthilfepotenzialen
- Identifikation und Nutzung familiärer Ressourcen
Evaluation
Das Sozialministerium Kiel nahm das Kinderschutzprojekt „Große Hand – Kleine Hand“ in eine vergleichende Evaluation mit einem Projekt in Kiel auf. Die Evaluation wird von der Fachhochschule für Sozialwissenschaften in Kiel durchgeführt. Sie wird die Projekte zwei Jahre lang begleiten.
Vernetzung
Ein „Runder Tisch“ zum Thema „Kinderschutz in Kaltenkirchen“ unter Federführung des Kreisjugendamtes führt alle beteiligten Fachkräfte/Institutionen zusammen, um die Vernetzung für eine effektive Zusammenarbeit zu optimieren.
Eine erfolgreiche Arbeit des Kinderschutzprojektes „Große Hand – Kleine Hand“ hängt entscheidend von der unterstützenden Mitwirkung aller Beteiligten ab.
Zwischenergebnis
Das Kreisjugendamt Segeberg sieht bereits nach einem halben Projektjahr in der Umsetzung des Konzeptansatzes der „aufsuchenden Arbeit“ eine erfolgreiche präventive Unterstützung der beteiligten jungen Familien.
Das Hilfsangebot kann unbürokratisch, schnell und flexibel eingesetzt werden.
Die Einbindung in das Tausendfüßler Netzwerk erweist sich als ausgesprochen vorteilhaft.
Tausendfüßler Fachbereich „Kinder und Jugend“.